Was ist der kalkulatorische Stundensatz?

Zur Berechnung des kalkulatorischen Stundensatz gibt es zwei Möglichkeiten:

1) der kalkulatorische Stundensatz wird pro Mitarbeiter gesondert errechnet und enthält keine weiteren Allgemeinkosten.

2) der kalkulatorische Stundensatz ist für alle Mitarbeiter gleich und berechnet sich aus allen Personalkosten sowie Allgemeinkosten, geteilt durch die Gesamtstunden aller Mitarbeiter (s.unten). In anderen Worten, was kostet es, das Unternehmen 1 Stunde geöffnet zu haben?

Zu 1) Der kalkulatorische Stundensatz entspricht den Kosten des Mitarbeiters pro Stunde. Hierzu gehören sein Bruttolohn sowie die Lohnnebenkosten des Arbeitgebers. Hinzu kommen Urlaub und Krankheit, die statistisch gesehen mit eingerechnet werden können. Ein deutscher Arbeitnehmer arbeitet im Schnitt 10,5 Monate im Jahr. Im übrigen hat er Urlaub oder ist krank. Diese 10,5 Monate entsprechen ca. 1800 Std. Arbeitszeit. Diese Arbeitszeit muss auf seine Personalkosten umgerechnet werden.
 
Es gilt daher folgende Faustformel
 
 (Jahresbruttolohn lt. Arbeitsvertrag +  Lohnnebenkosten)
_____________________________________________________
                                          1.800 Stunden
 zu 2)

Hierbei werden alle Personalkosten (Gehalt plus Nebenkosten) sowie Allgemeinkosten, Betriebskosten, Raummieten, Unternehmensversicherungen, Telefon etc herangezogen.

(Jahresbruttolohn alle Mitarbeiter + Nebenkosten)+(Allgemeinkosten)

_____________________________________________________
                                          1.800 Stunden x Anzahl Mitarbeiter

(das gilt für Vollzeitmitarbeiter).

Zur Berechnung der internen Kosten wird im Zusammenhang mit den erfassten Stunden der kalkulatorische Stundensatz herangezogen. Dieser ist bei Version 1) meist geringer als bei Version 2).

Version 2) führt aber zu einem richtigerem Ergebnis in Bezug auf die Projektrentabilität, da die verursachten internen Kosten auch die Allgemeinkosten beinhalten.

Für die Betriebsauswertung ist beides jedoch irrelevant, da hier die einzelnen Kostenarten getrennt aufzeigt  und nicht projektspezifisch betrachtet werden.

Bei freien Mitarbeitern muss unterschieden werden.

 
Rechnet der freie Mitarbeiter mit entsprechender Rechnungsstellung  ab und verwendet er trotzdem Reporta zur Stundenerfassung, so gibt es 2 Varianten:
 
1.       Sein Stundensatz wird mit 0 festgesetzt und  seine spätere Rechnung  als entsprechende Fremdkostenrechnung  auf dem Projekt verbucht.
2.       Sein Stundensatz entspricht seiner Vereinbarung (seinem Vertrag). Seine Rechnung wird zwar in der Buchhaltung später erfasst, jedoch nicht auf
          ein Projekt verbucht, da ansonsten die Kosten zweimal erfasst würden.
 
Wichtig ist, dass auch der freie Mitarbeiter seine Stunden in Reporta erfasst. So kann der  Projektleiter sehen wieviele Stunden durch diese externe Kraft für den Auftrag aufgewendet werden. Ob seine Kosten später als Fremdkosten auf dem Projekt verbucht werden, oder direkt über den Stundensatz erfasst werden, hängt vom Willen der Geschäftsführung ab. Beides ist möglich. Es bedarf lediglich einer entsprechenden Absprache bei der Datenerfassung, damit die Kosten nicht doppelt erfasst werden.

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